Jereimnis: Beeren

Ich ging in den Wald und pflückte Beeren,
und jede einzelne ließ mich gewähren.
Doch statt diese Geste gebührend zu ehren,
begann ich sogleich, sie zu verzehren.

Es gibt halt so Sachen in Wäldern und Meeren,
von denen könnt’ ich mich ausschließlich ernähren.

Nun hatten sie in meinem Magen, dem schweren,
nach Stunden beschlossen, ganz furchtbar zu gären.
Was folgte, brauch’ ich hier nicht groß zu erklären,
doch zog ich aus dieser Geschichte auch Lehren.

Denn müssen wir Menschen uns immer beschweren?
Es wär schlimmer für uns, wenn wir Beeren wären.

Jereimnis: Schneuhupfen

Meine Klüsen sind verquollen,
weil die Pollen das so wollen.

Auch aus beiden Nasenstollen
spür’ ich Rotzetropfen rollen.

Wo man hinsieht sind die Knollen
vieler Menschen angeschwollen.

Nachvollziehbar, wenn sie grollen,
dass die ollen unheilvollen
Pollen bald verschwinden sollen.

Frühlingsanfang

Damals, Ende März 2013.

Die Bäume, Sträucher und Wiesen blühten im grellsten weiß, der Himmel schimmerte bestenfalls hellgrau. Von den Dächern rutschten Eislawinen und der anhaltende Schneefall sorgte für Nachschub.
Die meisten der dick eingemummelten Menschen, so behaupte ich, hatten das Dickeingemummel verdammt satt und den Winter längst über und die Faxen sowieso gehörig dicke.

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Jereimnis: Schnee

Es war Winter, die Wolken verbargen den Tag,
und wie’s häufig so ist gab’s bald Niederschlag.


“Hurra, ich darf Schnee sein!”, frohlockte der Regen.
Es kam ihm die Jahreszeit ziemlich entgegen.

“Ich fall’ nicht nur runter, ich lasse mich treiben
und kann nach der Landung still liegenbleiben.”

Schwebend sah er von oben fast nur weiße Massen,
und er konnte so recht noch sein Glück gar nicht fassen.

Doch zum Schluss kam es anders: wo er aufkam lag Salz.
So kann’s gehen im Leben. Mit viel Pech jedenfalls.

Doch verzagte er nicht, denn ihm war vorher klar,
dass das Schneeflockendasein ein flüchtiges war.