Jereimnis: Beeren

Ich ging in den Wald und pflückte Beeren,
und jede einzelne ließ mich gewähren.
Doch statt diese Geste gebührend zu ehren,
begann ich sogleich, sie zu verzehren.

Es gibt halt so Sachen in Wäldern und Meeren,
von denen könnt’ ich mich ausschließlich ernähren.

Nun hatten sie in meinem Magen, dem schweren,
nach Stunden beschlossen, ganz furchtbar zu gären.
Was folgte, brauch’ ich hier nicht groß zu erklären,
doch zog ich aus dieser Geschichte auch Lehren.

Denn müssen wir Menschen uns immer beschweren?
Es wär schlimmer für uns, wenn wir Beeren wären.

Jereimnis: Schneuhupfen

Meine Klüsen sind verquollen,
weil die Pollen das so wollen.

Auch aus beiden Nasenstollen
spür’ ich Rotzetropfen rollen.

Wo man hinsieht sind die Knollen
vieler Menschen angeschwollen.

Nachvollziehbar, wenn sie grollen,
dass die ollen unheilvollen
Pollen bald verschwinden sollen.

Jereimnis: Möwe

Es fliegt eine Möwe spazieren am Meer,
sie ist aus der Puste, die Flügel sind schwer.
Da kommt ein phantastischer Aufwind daher
und sie entspannt. Das gefällt ihr sehr.

Und so schließt sie die Augen, lässt sich treiben vom Wind,
und schwebt ohne ihr Zutun über’s Meer, und zwar blind.
Man kann alles verlieren, wenn man glaubt, man gewinnt.
Und die Möwe verliert. Weil dort Windräder sind.