MeiaPopeia
   
4Jan/12

Prinzessin Melitta und die Kaffeefee

Es war einmal ein böser, großer, schwarzer Drache, der sich eines Morgens einen bösen, großen, schwarzen Coffee to fly bestellte. Währenddessen sinnierte er über das Kidnappen der schönen Prinzessin Melitta und die anschließende Vernichtung der Menschheit.
Die Menschheit aber wusste davon nichts, denn sie hatte gerade Kaffeepause. Diese hieß so, weil dem Volk täglich zwischen 9:32 und 9:53 der Kaffeegenuss untersagt war.
Die Leute tranken dann zwar schon Kaffee, aber eben nur Schonkaffee.

Für den königlichen Hof galt diese Vorschrift natürlich nicht, und so gönnte sich die sehr schöne Prinzessin Melitta ihren geliebten Coffe to relax and feel fine mit Karamellsahnehaube und Schokostreuseln. Schließlich wähnte sie sich nicht in Gefahr.
Ihr Hofmarschall aber, Marc Jato, war wachsam und orderte flugs einen Coffee to spy. Schnell bekam er die Meldeanschrift des Drachen heraus und forderte vom Richter Dallmayr einen Haftbefehl to fax. Gemeinsam mit den beiden ihm vom Jobcenter zugewiesenen Wachschützern Fredo Sega und Buck Star machte er sich sodann auf den Weg zum Drachenfelsen. Hoch zu Ross, mit einem Coffee to ride als Wegzehrung.

Das Geschehen wurde beobachtet von Karl Putschino, dem Siebenschläfer. Er winkte den drei wackeren Mannen, prostete ihnen zu und nahm dann einen kräftigen Schluck von seinem Coffee to sleep. Nebenan teilten sich 5 Regenwürmer einen Coffee to crawl, während sie dem Trio Beifall klatschten. Und auch ein kleines, unterbelichtetes Glühwürmchen ließ seinen Coffee to glow kurz unbeachtet, um den Recken zu applaudieren. Von einer Lichtung aus grüßte brummend ein Bär namens Meister Pads.

Nach einer Weile wurden die Pferde ein wenig müde. Eines hatte gar schon etwas Milchschaum vor dem Maul. So machten Marc, Fredo und Buck Rast an einem zufällig vorbeikommenden See. Hier beobachteten sie einen krapfenessenden Karpfen mit Krampfadern, der augenscheinlich große Probleme hatte, seinen Coffee to dive unter Wasser zu sich zu nehmen. "So hat halt jeder seine Problemchen", stellten sie gemeinsam fest.
Allerdings war ihnen das momentan vollkommen latte, und so ritten sie weiter, um die wirklich sehr schöne Prinzessin Melitta vor dem Unheil zu bewahren.

Auf ihren Pferden überquerten sie einen Fluss, in dem ein Flusspferd badete. Das war sehr beeindruckend, denn in diesem Moment gab es hier vier Flusspferde in zwei verschiedenen Ausführungen. Die Natur war schon ein verdammter Tausendsassa, immer gut für eine Kuriosität.
Kurios war auch die Heimatverbundenheit des Flusspferdes: es trank einen Coffee Togo. Logo!

Einige Zeit später trafen die drei wagemutigen Gesellen auf Pharisea, die Kaffeefee. Sie aß gerade Toffifee und bot Marc Jato eilig einen Coffee to wish an. Der hielt gerade den Haftbefehl in den Händen und schaute sich den Wisch an. Er dachte an den noch ausstehenden erbittertern Kampf mit dem Drachen und die Probleme, die dessen Abtransport ins Zuchthaus mit sich bringen würde. Ein Geistesblitz brachte ihn auf die Idee, sich bei der Kaffeefee zu wünschen, dass der Drache doch einfach an seinem nächsten Schluck Kaffee ersticken möge.

Und so geschah es.

Unsere drei Helden konnten sich den restlichen Weg zum Drachenfelsen schenken. Da sie ungeschickterweise kein Geschenkpapier dabei hatten, ließen sie das bleiben, machten sich aber dennoch auf den Heimweg.

Als die wirklich außergewöhnlich sehr schöne Prinzessin Melitta von dieser Geschichte erfuhr, schlug sie ihre drei Retter, und zwar zu Rittern höchsten Ranges. Sie durften fortan ihren Ruhestand genießen.

Fredo Sega und Buck Star fühlten sich dafür noch zu jung, machten sich selbständig und zogen selbst ständig durch das gesamte Königreich, um dem bis dahin eher ungebildeten Volk das Lesen und Schreiben, und hier insbesondere den Kaffeesatzbau näherzubringen.
Schließlich schafften sie es sogar, ihre Mitmenschen für die schönen Künste zu begeistern, als sie das Mahlen nach Zahlen erfanden.

Marc Jato dagegen war des Arbeitens müde und führte nun hauptberuflich ein Faulenzerleben. Dem Kaffeegenuss hatte er abgeschworen, da er befürchtete, eines Tages daran zu ersticken. Als neues Lieblingsgetränk hatte er den Tee für sich entdeckt, und es war sein Plan, sich immer wieder mal tagelang seinem Hobby zu widmen, einer Teeplantage.
Er nannte diese Zeit folgerichtig seine Teeplantage.
Der Teegenuss brachte als Nebenwirkung einen schier unbändigen Appetit mit sich, so dass er fraß und fraß und daher immer fetter wurde.

Sein Vetter wurde, als er davon erfuhr, beinahe krank vor Scham, denn er war Zehnkämpfer und bestens durchtrainiert. Am liebsten trank er Coffee to jump, Coffee to throw oder Coffee to run. Irgendwann einmal bekam er aber einen ganz annan Coffee und nannte diesen spontan Coffee Annan.

Der wurde später weltberühmt, doch diese Geschichte gehört nun wirklich nicht hierher.

Ach ja:
Und wenn sie alle nicht gestorben sind, so sagt man, dann leben sie noch heute. Bis auf den Drachen natürlich.

8Jun/10

Berlin – eine Sommererfahrung

Juni 2010. Nachmittag. Feierabend. Sonnenschein, 25°C.

Du sitzt auf einer Wiese am Fluss, mitten in der großen Stadt. Überall um Dich herum sitzen und liegen Menschen, manche auf Decken, andere auf dem blanken Rasen, teils einzeln, teils in Grüppchen.
Sie trinken Bier, Wasser oder Bionade oder essen mitgebrachtes Obst, Brote oder Muffins.

Du sitzt da und schaust in die Ferne, auf Deine Finger oder auf die, in der leichten, angenehmen Brise wehenden Grashalme um Dich herum und schnappst von überall her Wortfetzen auf. Deutsch, englisch, spanisch, wasauchimmer, Du verstehst nichts davon laut genug, um zu wissen, worum es sich in den Gesprächen dreht.
Schaust Du einmal direkt in die Richtung, aus der Du gerade verstärkt Stimmen vernimmst, erkennst Du in etwa, ob die sich (und auch Dich) unterhaltenden Menschen gerade relaxed und amüsiert oder eher angespannt und aufgeregt wirken. Du beobachtest die Szenen gerade lange genug, um Dir ein Bild davon gemacht zu haben, dann schaust Du wieder weg.

Ohnehin hat soeben das schallende Gelächter knapp 15 Meter links von Dir Deine Aufmerksamkeit auf sich gezogen, und so schaust Du nun in diese Richtung, verstehst außer dem Lachen und der auf großes Vergnügen hinweisenden Körpersprache der Beteiligten rein gar nichts, hast daher nicht den Hauch einer Ahnung, was da gerade so lustig sein mag, musst aber doch ein wenig schmunzeln. Das erscheint Dir instinktiv ein wenig bescheuert zu sein, und Du wendest Dich schnell wieder Deinen Fingern oder den Grashalmen zu.

Nur zwei Schritte hinter Dir hackt ein Eichelhäher wie geisteskrank auf einen auf der Wiese liegenden, halb verotteten Apfelgriebsch ein, ein Anblick, der Dich einen Moment lang total fesselt. Er hackt und hackt und pickt und rupft und hat nach etwa 2 Minuten beinahe mehr Moderapfel im Schnabel, als er wegzutransportieren fähig zu sein scheint. Dennoch fliegt er plötzlich davon, voll beladen, und Du schaust ihm nach.
Kurz darauf nimmst Du das Brummen eines Ausflugsdampfers wahr, dessen Dieselwolke schon seit einigen Minuten träge in der Luft hängt. Du schaust zum Wasser, entdeckst das weiß-blaue Stahl-Ungetüm und wirfst einen Blick auf die zahlreichen, auf dem Oberdeck zusammengepferchten Passagiere. Du erwartest fast, dass wenigstens einige von ihnen freundlich herüberwinken, doch sie wirken alle eher wie Wachsfiguren. Wie sehr hitzebeständige allerdings.

Auf der Wiese stolpert ein Flaschensammler über einen Grashügel oder seine eigenen Füße, jedenfalls lässt das damit einhergehende laute Klirren alle Anwesenden aufschrecken. Auch das Paar, das unweit von Dir bis eben in einer aberwitzigen Stellung ineinander verkeilt am Boden lag. Nach dem kurzen Schreck finden sie flugs eine neue, nicht weniger seltsame Position, und auch alle anderen machen dort weiter, wo sie vor dem Flaschensammlerklirren aufgehört hatten.

Inzwischen wird der Apfel-Abfall von drei Spatzen bearbeitet. Es sieht nicht nach Streit aus, jeder lässt dem anderen seinen Platz, ganz und gar freundschaftlich machen sie sich gemeinsam über das faulende Obst her. Ein paar Meter weiter watschelt ein Erpel (s)einer Ente hinterher. Scheinbar ziellos flanieren sie über die Wiese, und die vielen Menschen rundherum scheinen sie nicht im geringsten zu irritieren. Eher ist es umgekehrt.
In der Ferne hörst Du jemanden Saxophon spielen, hältst nach ihm Ausschau, kannst ihn aber nicht entdecken. Seine Musik wird abrupt verdrängt vom weiß-der-Himmel-wievielten S-, Regional- oder Fernbahnzug, der sich hundert Meter hinter Dir über die Bahntrasse zentimetert.
Eine Taube landet knapp neben Deinem Bein auf der Wiese, guckt komisch und rennt kopfnickend davon. Du schaust Dich um, siehst einige neue Menschengrüppchen und Einzelpersonen, aber auch viele von vorhin sind immer noch da.

Irgendwann schaust Du zu Boden.
Du entdeckst in der Rasenkuhle vor Dir 7 Zigarettenstummel, die dort bei Deiner Ankunft noch nicht lagen. Daneben liegen zwei leere Bierflaschen, eine dritte steht halbvoll neben Dir. Du kramst nach Deinem Handy, um auf die Uhr zu sehen. Seit Deiner Ankunft sind 2 1/2 Stunden verstrichen, einfach so, wie im Flug.
Du warst 2 1/2 Stunden lang kein bisschen mit Dir selbst beschäftigt. Alles um Dich herum hast Du wahrgenommen, vieles davon aufmerksam, manches nur zu einem Teil, Dich selbst, Deine eigene Wirkung auf andere aber überhaupt nicht.
Du stellst fest: das war angenehm!

Dir wird bewusst, dass auch Du in den vergangenen 2 1/2 Stunden beobachtet worden sein könntest. Von einem Eichelhäher, von Spatzen, einer Taube und Enten. Aber auch Menschen in Form von Dampferpassagieren, einem Flaschensammler, Passanten und Wiesensitzern. Und sie alle, wahrscheinlich mit Ausnahme der Tiere, könnten sich überlegt haben, ihre Beobachtungen dieses Tages niederzuschreiben.

So wie Du.

Du wirst es niemals irgendwo entdecken, Du wirst nirgendwo eine Beschreibung Deiner in diesen Momenten eventuell seltsam abwesend und verloren wirkenden, in die Gegend schauenden, vor sich hinträumenden Gestalt nachlesen können.
Das ist gut.
Das war ein hervorragender Nachmittag.

16Apr/10

Wenn das mal …

... einer analysiert, dann bin ich ziemlich sicher geliefert.
Oder werde. Eingeliefert.

Naja, ich riskiere es. Sei's drum. Und sagt ja keiner, dass man auf eine Vollmeise nicht doch ein bisschen stolz sein darf.

Worum geht's? Um einen Text, den ich mal verfasste. Ich war währenddessen weder volltrunken noch im Büro, was ja sonst beides toll als Motiv hätte herhalten können. Aber nö.

Da wundert man sich dann schon auch mal über sich selbst, was aus 2 läppischen, albernen Zeilen so werden kann.

206 Zunamen von Fußballern der 1. und 2. Liga (Saison 2009/2010), von mir in einer komplett bescheuerten Geschichte verwurstelt:

Bu und Li auf Tour (PDF)

Langsam lesen ist ratsam. Und laut - falls die Luft rein ist.

Bonus: 1 Vorname. Wer ihn findet, darf ihn haben.