Jereimnis: Schneuhupfen

Meine Klüsen sind verquollen,
weil die Pollen das so wollen.

Auch aus beiden Nasenstollen
spür‘ ich Rotzetropfen rollen.

Wo man hinsieht sind die Knollen
vieler Menschen angeschwollen.

Nachvollziehbar, wenn sie grollen,
dass die ollen unheilvollen
Pollen bald verschwinden sollen.

Jereimnis: Schnee

Es war Winter, die Wolken verbargen den Tag,
und wie’s häufig so ist gab’s bald Niederschlag.


„Hurra, ich darf Schnee sein!“, frohlockte der Regen.
Es kam ihm die Jahreszeit ziemlich entgegen.

„Ich fall‘ nicht nur runter, ich lasse mich treiben
und kann nach der Landung still liegenbleiben.“

Schwebend sah er von oben fast nur weiße Massen,
und er konnte so recht noch sein Glück gar nicht fassen.

Doch zum Schluss kam es anders: wo er aufkam lag Salz.
So kann’s gehen im Leben. Mit viel Pech jedenfalls.

Doch verzagte er nicht, denn ihm war vorher klar,
dass das Schneeflockendasein ein flüchtiges war.

Nikolaus

Der Nikolaus, der Nikolaus,
der war heut Nacht bei mir zu Haus.
Und ich war nicht zugegen.

Beziehungsweise schlief ich fein,
da muss angekommen sein-
im nieselnassen Regen.

Die Schuhe hatt‘ ich nicht geputzt,
und doch hat er die Chance genutzt,
mir etwas reinzulegen.

Weil ich ein feiner Kerl bin zwar,
jedoch nicht immer artig war,
macht mich das fast verlegen.

Da war Herr Niklaus wohl verwirrt
und hat sich in der Tür geirrt;
zu alt wohl schon sein Bregen.

So sieht sein Streifzug nicht sehr fair aus,
ein braver Nachbar ging wohl leer aus.
Von mir aus. Meinetwegen!

Ein Schlagsalsschick

Kaum möcht‘ der Frühling durch sich setzen,
gelingt es Jobst, sich verzuletzen.
Gebrochen sind die Beine.

Auf muss er nun die Pläne schieben,
sich im April noch verzulieben.
Denn Schwestern mag er keine.

Doch ist’s voraus nicht stets zu sehen,
wie ab die Dinge manchmal gehen.
Vielleicht trifft er die eine!?

Hat ein der Blitz erstmal geschlagen,
muss hinter Jobst kein Schicksal fragen.
Das ist ja grad‘ das Feine.