Jereimnis: Schneuhupfen

Meine Klüsen sind verquollen,
weil die Pollen das so wollen.

Auch aus beiden Nasenstollen
spür‘ ich Rotzetropfen rollen.

Wo man hinsieht sind die Knollen
vieler Menschen angeschwollen.

Nachvollziehbar, wenn sie grollen,
dass die ollen unheilvollen
Pollen bald verschwinden sollen.

Frühlingsanfang

Damals, Ende März 2013.

Die Bäume, Sträucher und Wiesen blühten im grellsten weiß, der Himmel schimmerte bestenfalls hellgrau. Von den Dächern rutschten Eislawinen und der anhaltende Schneefall sorgte für Nachschub.
Die meisten der dick eingemummelten Menschen, so behaupte ich, hatten das Dickeingemummel verdammt satt und den Winter längst über und die Faxen sowieso gehörig dicke.

weiterlesen →

Jereimnis: Schnee

Es war Winter, die Wolken verbargen den Tag,
und wie’s häufig so ist gab’s bald Niederschlag.


„Hurra, ich darf Schnee sein!“, frohlockte der Regen.
Es kam ihm die Jahreszeit ziemlich entgegen.

„Ich fall‘ nicht nur runter, ich lasse mich treiben
und kann nach der Landung still liegenbleiben.“

Schwebend sah er von oben fast nur weiße Massen,
und er konnte so recht noch sein Glück gar nicht fassen.

Doch zum Schluss kam es anders: wo er aufkam lag Salz.
So kann’s gehen im Leben. Mit viel Pech jedenfalls.

Doch verzagte er nicht, denn ihm war vorher klar,
dass das Schneeflockendasein ein flüchtiges war.

Nikolaus

Der Nikolaus, der Nikolaus,
der war heut Nacht bei mir zu Haus.
Und ich war nicht zugegen.

Beziehungsweise schlief ich fein,
da muss angekommen sein-
im nieselnassen Regen.

Die Schuhe hatt‘ ich nicht geputzt,
und doch hat er die Chance genutzt,
mir etwas reinzulegen.

Weil ich ein feiner Kerl bin zwar,
jedoch nicht immer artig war,
macht mich das fast verlegen.

Da war Herr Niklaus wohl verwirrt
und hat sich in der Tür geirrt;
zu alt wohl schon sein Bregen.

So sieht sein Streifzug nicht sehr fair aus,
ein braver Nachbar ging wohl leer aus.
Von mir aus. Meinetwegen!