Prinzessin Melitta und die Kaffeefee
Es war einmal ein böser, großer, schwarzer Drache, der sich eines Morgens einen bösen, großen, schwarzen Coffee to fly bestellte. Währenddessen sinnierte er über das Kidnappen der schönen Prinzessin Melitta und die anschließende Vernichtung der Menschheit.
Die Menschheit aber wusste davon nichts, denn sie hatte gerade Kaffeepause. Diese hieß so, weil dem Volk täglich zwischen 9:32 und 9:53 der Kaffeegenuss untersagt war.
Die Leute tranken dann zwar schon Kaffee, aber eben nur Schonkaffee.
Für den königlichen Hof galt diese Vorschrift natürlich nicht, und so gönnte sich die sehr schöne Prinzessin Melitta ihren geliebten Coffe to relax and feel fine mit Karamellsahnehaube und Schokostreuseln. Schließlich wähnte sie sich nicht in Gefahr.
Ihr Hofmarschall aber, Marc Jato, war wachsam und orderte flugs einen Coffee to spy. Schnell bekam er die Meldeanschrift des Drachen heraus und forderte vom Richter Dallmayr einen Haftbefehl to fax. Gemeinsam mit den beiden ihm vom Jobcenter zugewiesenen Wachschützern Fredo Sega und Buck Star machte er sich sodann auf den Weg zum Drachenfelsen. Hoch zu Ross, mit einem Coffee to ride als Wegzehrung.
Das Geschehen wurde beobachtet von Karl Putschino, dem Siebenschläfer. Er winkte den drei wackeren Mannen, prostete ihnen zu und nahm dann einen kräftigen Schluck von seinem Coffee to sleep. Nebenan teilten sich 5 Regenwürmer einen Coffee to crawl, während sie dem Trio Beifall klatschten. Und auch ein kleines, unterbelichtetes Glühwürmchen ließ seinen Coffee to glow kurz unbeachtet, um den Recken zu applaudieren. Von einer Lichtung aus grüßte brummend ein Bär namens Meister Pads.
Nach einer Weile wurden die Pferde ein wenig müde. Eines hatte gar schon etwas Milchschaum vor dem Maul. So machten Marc, Fredo und Buck Rast an einem zufällig vorbeikommenden See. Hier beobachteten sie einen krapfenessenden Karpfen mit Krampfadern, der augenscheinlich große Probleme hatte, seinen Coffee to dive unter Wasser zu sich zu nehmen. "So hat halt jeder seine Problemchen", stellten sie gemeinsam fest.
Allerdings war ihnen das momentan vollkommen latte, und so ritten sie weiter, um die wirklich sehr schöne Prinzessin Melitta vor dem Unheil zu bewahren.
Auf ihren Pferden überquerten sie einen Fluss, in dem ein Flusspferd badete. Das war sehr beeindruckend, denn in diesem Moment gab es hier vier Flusspferde in zwei verschiedenen Ausführungen. Die Natur war schon ein verdammter Tausendsassa, immer gut für eine Kuriosität.
Kurios war auch die Heimatverbundenheit des Flusspferdes: es trank einen Coffee Togo. Logo!
Einige Zeit später trafen die drei wagemutigen Gesellen auf Pharisea, die Kaffeefee. Sie aß gerade Toffifee und bot Marc Jato eilig einen Coffee to wish an. Der hielt gerade den Haftbefehl in den Händen und schaute sich den Wisch an. Er dachte an den noch ausstehenden erbittertern Kampf mit dem Drachen und die Probleme, die dessen Abtransport ins Zuchthaus mit sich bringen würde. Ein Geistesblitz brachte ihn auf die Idee, sich bei der Kaffeefee zu wünschen, dass der Drache doch einfach an seinem nächsten Schluck Kaffee ersticken möge.
Und so geschah es.
Unsere drei Helden konnten sich den restlichen Weg zum Drachenfelsen schenken. Da sie ungeschickterweise kein Geschenkpapier dabei hatten, ließen sie das bleiben, machten sich aber dennoch auf den Heimweg.
Als die wirklich außergewöhnlich sehr schöne Prinzessin Melitta von dieser Geschichte erfuhr, schlug sie ihre drei Retter, und zwar zu Rittern höchsten Ranges. Sie durften fortan ihren Ruhestand genießen.
Fredo Sega und Buck Star fühlten sich dafür noch zu jung, machten sich selbständig und zogen selbst ständig durch das gesamte Königreich, um dem bis dahin eher ungebildeten Volk das Lesen und Schreiben, und hier insbesondere den Kaffeesatzbau näherzubringen.
Schließlich schafften sie es sogar, ihre Mitmenschen für die schönen Künste zu begeistern, als sie das Mahlen nach Zahlen erfanden.
Marc Jato dagegen war des Arbeitens müde und führte nun hauptberuflich ein Faulenzerleben. Dem Kaffeegenuss hatte er abgeschworen, da er befürchtete, eines Tages daran zu ersticken. Als neues Lieblingsgetränk hatte er den Tee für sich entdeckt, und es war sein Plan, sich immer wieder mal tagelang seinem Hobby zu widmen, einer Teeplantage.
Er nannte diese Zeit folgerichtig seine Teeplantage.
Der Teegenuss brachte als Nebenwirkung einen schier unbändigen Appetit mit sich, so dass er fraß und fraß und daher immer fetter wurde.
Sein Vetter wurde, als er davon erfuhr, beinahe krank vor Scham, denn er war Zehnkämpfer und bestens durchtrainiert. Am liebsten trank er Coffee to jump, Coffee to throw oder Coffee to run. Irgendwann einmal bekam er aber einen ganz annan Coffee und nannte diesen spontan Coffee Annan.
Der wurde später weltberühmt, doch diese Geschichte gehört nun wirklich nicht hierher.
Ach ja:
Und wenn sie alle nicht gestorben sind, so sagt man, dann leben sie noch heute. Bis auf den Drachen natürlich.
Lug und Trug und Realitätsbezug
Es ist ja nichts Neues, dass man im Leben permanent beschissen wird.
Man hat sich inzwischen beinahe daran gewöhnt, und das ist sicherlich auch darin begründet, dass die Verarsche bereits im zarten Kindesalter beginnt.
Die altbekannte Ansage "Wenn Du nicht aufisst, gibt es morgen schlechtes Wetter!" - wer kennt sie nicht? Und wem hat nicht relativ bald gedämmert, wieviel Schwindelei sie enthält? Wenn man nämlich brav aufaß, konnte es am nächsten Tag sehr wohl trotzdem Graupelschauer geben.
Sicher, zunächst konnte man weiterhin annehmen, die Drohung sei wahr. Denn sie wurde ja zeitgleich von tausenden Müttern und sozialpädagogisch geschulten Erwachsenen ausgesprochen. Und selbst, wenn man aus Angst oder vor lauter Appetit seinen Teller am Ende sogar sauber geleckt hatte - ein anderes der angesprochenen Kinder könnte nicht aufgegessen haben und somit für das Dreckswetter verantwortlich gewesen sein.
Ich kann es nicht beweisen, behaupte aber, die beschriebene Kausalität war und ist komplett an den Haaren herbeigezogen.
"Hör auf, aus Spaß zu schielen, sonst bleiben die Augen für immer so!", auch so ein Ammenmärchen. Ich habe sehr oft aus Spaß geschielt, regelrechte Schielwettbewerbe spielten sich mitunter in meinem Freundeskreis ab. Und? Gar nichts! Jedenfalls bei mir.
Kurzfristig beginnt man, zu grübeln: waren denn überhaupt die eigenen Augen gemeint? Christian aus der 4 b schielt vermutlich noch heute, aber das kann ganz andere Gründe gehabt haben. Schuldig fühle ich mich jedenfalls nicht.
Ein Gegenbeispiel: der Spruch "Wenn Du zu viel gesoffen hast, bekommst Du immer diesen Silberblick!" stammt nicht aus Kindertagen, trifft bei mir aber hundertprozentig zu. Glücklicherweise immer nur zeitlich begrenzt.
Auch ein Kinderlied gab schon damals Anlass zu leisen Zweifeln:
Wir werden immer größer, jeden Tag ein Stück.
Wir werden immer größer, das ist ein Glück.
Große bleiben gleich groß oder schrumpeln ein.
Wir werden immer größer, ganz von allein.
Es wurde behauptet, wir, die Singenden, würden immer größer werden. Annette, die Kindergärtnerin, sang immer mit, und ich erinnere mich nicht daran, dass sie während meiner Kindergartenzeit auch nur einen Zentimeter gewachsen wäre. Irgendwas war hier doch faul! Das mit dem Größerwerden endete demnach doch irgendwann, worauf ja schon Zeile 3 allein hinweist.
Im Gegensatz zu uns befand sich Annette also nicht mehr im Wachstum und gehörte somit bereits der in der dritten Strophenzeile erwähnten Gruppe der Großen an. Hätte sie dann aber Zeile 1, 2 und 4 mitsingen dürfen? Spätestens damit hatte sie die Kernaussage des Textes als Unwahrheit entlarvt. Man muss so aufpassen!
Der Gedanke an das Kinderlied hat mir schließlich einen Ohrwurm verpasst.
Da ich jedoch nicht gewillt bin, Unwahrheiten vor mich hinzuträllern, habe ich den Text ein wenig modifiziert, ihn somit in die Gegenwart transportiert und der Realität sehr viel näher gebracht:
Mein Bart wird immer grauer, jeden Tag ein Haar.
Mein Bart wird immer grauer, silber sogar.
Auf dem Kopf sieht's mau aus, im Gesicht wird's hell.
Mein Bart wird immer grauer, das ging ja schnell.
Damit kann ich leben.
Im Reisebüro
"Guten Tag, was kann ich für Sie tun?"
- "Schönen guten Tag, ich möchte gerne einen Kreuzzug buchen."
"Verzeihung, Sie meinen doch sicherlich eine Kreuzfahrt?!"
- "Ist mir egal, wie Sie es nennen. Ich möchte jedenfalls verreisen."
"Eine Schiffsreise also, ja?"
- "Wie kommen Sie denn darauf? Da würde ich bestimmt Seekrank werden."
"Ach so. Ich dachte nur, wegen der erwähnten Kreuzfahrt..."
- "Die haben ja Sie ins Spiel gebracht. Ich dachte eher an eine Bahnfahrt."
"Gut. Wohin soll's denn gehen?"
- "Kanada wäre schön, da war ich noch nie."
"Ähm, das wird mit dem Zug nicht funktionieren."
- "Ach, fahren die nicht so weit? Was würden Sie mir denn empfehlen?"
"Nach Kanada wäre eine Flugreise möglich."
- "Und nach Frankreich?"
"Nach Frankreich könnten Sie mit der Bahn fahren. Oder mit dem Bus."
- "Fliegen ginge da nicht?"
"Doch, selbstverständlich. Auch nach Frankreich können Sie fliegen."
- "Na, dann fliege ich doch lieber gleich."
"Nach Frankreich?"
- "Nein, nach Kanada."
"Sicher?"
- "Das hoffe ich doch, dass das sicher ist."
"Verzeihung? Ich fragte wegen des preislichen Unterschieds."
- "Oh... wieviel günstiger wäre denn der unsichere Flug?"
"Sie verstehen mich falsch. Ich meinte den Preisunterschied zwischen den verschiedenen Zielen. Wegen der Reisedauer."
- "Ich habe drei Wochen lang Urlaub."
"Herrjeh, nein. Die reine Flugdauer. Ein Flug nach Kanada dauert länger als nach Frankreich und ist somit teurer."
- "Ah, ich verstehe. Das nehme ich in Kauf. Womit müsste ich denn rechnen?"
"Wann soll es denn losgehen?"
- "Kann man sich das aussuchen? Dann wäre ich gern vor dem Abendessen dort."
"Okay, nochmal: an welchem Tag möchten Sie fliegen?"
- "Donnerstag. Ist von Dienstag gezählt der 2. und der 9. Tag. Meine Glückszahlen."
"Das D-a-t-u-m!"
- "Heute ist der 29. August."
"Ihr gewünschtes F-l-u-g-d-a-t-u-m!"
- "Ach so. Gut wäre der 2.09. ... Ginge 2:09 Uhr? - Kleiner Scherz!"
"Gut. Mal schauen... Donnerstag, der 2. September... da hätte ich den einfachen Flug nach Vancouver für 561,40 €."
- "Wieso 'einfacher Flug'? Mehrfache Flüge würden die Reisezeit doch unnötig in die Länge ziehen."
"Himmelherrgott! Damit ist der Hinflug gemeint. Verstehen Sie? Sie fliegen NACH Vancouver für 561,40 €."
- "Ganz schön happig. Aber gut. Das mache ich."
"Und zurück?"
- "Danke, ich bin mit dem Auto hier."
"Ihre Rückreise aus K-A-N-A-D-A!!!"
- "Ach, ich glaube, da nehme ich dann den Zug."
Wenn das mal …
... einer analysiert, dann bin ich ziemlich sicher geliefert.
Oder werde. Eingeliefert.
Naja, ich riskiere es. Sei's drum. Und sagt ja keiner, dass man auf eine Vollmeise nicht doch ein bisschen stolz sein darf.
Worum geht's? Um einen Text, den ich mal verfasste. Ich war währenddessen weder volltrunken noch im Büro, was ja sonst beides toll als Motiv hätte herhalten können. Aber nö.
Da wundert man sich dann schon auch mal über sich selbst, was aus 2 läppischen, albernen Zeilen so werden kann.
206 Zunamen von Fußballern der 1. und 2. Liga (Saison 2009/2010), von mir in einer komplett bescheuerten Geschichte verwurstelt:
Bu und Li auf Tour (PDF)
Langsam lesen ist ratsam. Und laut - falls die Luft rein ist.
Bonus: 1 Vorname. Wer ihn findet, darf ihn haben.


