Jereimnis: Schneuhupfen

Meine Klüsen sind verquollen,
weil die Pollen das so wollen.

Auch aus beiden Nasenstollen
spür‘ ich Rotzetropfen rollen.

Wo man hinsieht sind die Knollen
vieler Menschen angeschwollen.

Nachvollziehbar, wenn sie grollen,
dass die ollen unheilvollen
Pollen bald verschwinden sollen.

Jereimnis: Möwe

Es fliegt eine Möwe spazieren am Meer,
sie ist aus der Puste, die Flügel sind schwer.
Da kommt ein phantastischer Aufwind daher
und sie entspannt. Das gefällt ihr sehr.

Und so schließt sie die Augen, lässt sich treiben vom Wind,
und schwebt ohne ihr Zutun über’s Meer, und zwar blind.
Man kann alles verlieren, wenn man glaubt, man gewinnt.
Und die Möwe verliert. Weil dort Windräder sind.

Reimgeschnetzeltes

Rentner Heinz machte Urlaub in Kochel am See,
seit Wochen schon tat’s ihm im Rücken sehr weh.
Noch dazu quälte ihn ’ne Entzündung am Zeh,
und er dachte sich noch: „Oh jemineh!“

Er besuchte sogleich den Herrn Doktor vor Ort,
an der Tür hing ein Schild mit der Aufschrift „Bin fort,
mache nur schnell ’nen wichtigen Krankentransport.“
Doch vom Wiederkehrzeitpunkt kein Sterbenswort.

Rentner Heinz trug’s mit Fassung, schob den Arztbesuch auf,
und er änderte flugs seinen Tagesablauf.
Er erinnerte sich: dort den Hügel hinauf
gibt’s ein Fischrestaurant mit Schnäppchenverkauf.

Doch der Weg war beschwerlich, jeder Schritt ’ne Tortur.
Mensch, wo waren die fitteren Zeiten nur?
„Ich steh’s durch, ich werd’s schaffen!“, das war sein Schwur.
Und er schaffte es! Diese Kämpfernatur!

Im Lokal angekommen staunte er nicht schlecht:
weit und breit keine Gäste, doch ihm war das ganz recht.
Er nahm Platz in ’nem Stuhl aus Stahlgeflecht
und bestellte beim Kellner Filet vom Hecht.

Es war glibbrig und schleimig, das bestellte Mahl,
Heinzens Stirn glänzte nass und sein Antlitz ward fahl.
Und so endete schließlich die Reisequal
mit seinem Tod. Im Speisesaal.