Frohet Fest!
Einmal mehr völlig plötzlich und für viele gänzlich unerwartet ist es mal wieder so weit:
Weihnachten steht nicht mehr nur irgendwo vor der Tür, sondern es hat sich bereits die Schuhe an der Fußmatte abgeputzt und klingelt mit dem Glöckchen.
"Lasst mich ein, Ihr Kinder, ist so kalt der Winter.", hört man es wimmern. Das ist natürlich total albern, draußen herrschen beinahe zweistellige Plusgrade. "Öffnet mir die Türen, lasst mich nicht erfrieren!" klingt demzufolge auch total unglaubwürdig. Aber gut, es ist nun mal sein Standardtext, und es hat ihn ja auch ganz toll auswendig gelernt. Da kann man diese kleine inhaltliche Notlüge schon mal verzeihen, besonders zum Fest der Liebe.
"Mädchen, hört, und Bübchen, macht mir auf das Stübchen.", jault es plötzlich noch bitterlicher als zuvor. Und pampig obendrein. So viel Nachdruck, aber von Höflichkeit keine Spur. "Wie heißt das Zauberwort?", möchte man nun brüllen.
Doch bevor man dazu kommt, schallt von draußen der nächste Satz herein. "Bring euch viele Gaben, sollt euch dran erlaben.", heißt es schließlich. Na, das klingt doch gleich viel versöhnlicher.
Früher oder später werden wir ihm also die Tür öffnen. Ich eher später, weil ich noch mindestens zweieinhalb Stunden lang mit Geschenkpapier und -band zu kämpfen haben werde. Aber ein bisschen Geduld wird dieses Weihnachten ja wohl noch aufzubringen imstande sein. Ist ja schließlich kein Kindergeburtstag. Oder irgendwie ja doch, klar.
Na egal.
Ich wünsche allen Zufällighiervorbeikommern und Öftermalhierreinschauern ein feines Weihnachtsfest!
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Wer lesen kann, …
..., der mag ja schon mal klar im Vorteil sein. Noch größer wird dieser Vorteil, wenn man in der Lage ist, den Inhalt des Schriftwerks darüber hinaus zu begreifen.
In jungen Jahren war es Grobi, der mir im Falle eines Zweifels sehr bildhaft und mit genügend Wiederholungen dabei behilflich war, die Bedeutung gehörter Begriffe oder ganzer Sätze zu kapieren. Ob oben oder unten, drinnen oder draußen, nah dran oder weit weg: Grobi klärte das.
"Wer nicht fragt, bleibt dumm", lautet dann auch bis heute die Kernaussage der Sesamstraßen-Titelmelodie. "1000 tolle Sachen, usw." heißt es da, und weiter "Manchmal muss man fragen, um sie zu verstehen." Wie wahr!
Irgendwann lernte ich lesen, und für Gelesenes gilt diese Regel ebenso. Viele Dinge, die ich lese, kann ich irgendwie einordnen. Sicher, längst nicht alles verstehe ich. Das muss und möchte ich ja aber auch nur, wenn mich etwas entweder genug interessiert oder sich das Geschriebene direkt an mich richtet und mein Verständnis notwendig ist, um daraufhin aktiv handeln oder etwas unterlassen zu können. In diesen Fällen hat es sich bewährt, den Sinn eines Textes zu hinterfragen, ihn nötigenfalls mehrmals und mit einer gewissen Sorgfalt zu lesen, um ihn schließlich begreifen und entsprechend darauf reagieren zu können.
(Bis hierhin Verständnisprobleme? Kann ich mir kaum vorstellen. Wenn doch: in Ruhe abwägen, ob der einleitende Satz ein wenig Interesse hervorzurufen vermochte. Bei Bedarf die problematische Stelle erneut lesen, ansonsten irgendwas Wichtiges tun!)
Aufs Lesen angewandt möchte ich demnach oben genannte Liedzeile umdichten:
"Manchmal muss man fragen oder denken oder verdammte Kacke irgendwo nachschlagen, um etwas zu verstehen."
Passt nur leider weder ins Versmaß noch ins Kinderfernsehen. Schade.
Binsenweisheit, sollte man nun glauben. Weit gefehlt aber, wie man immer wieder feststellen muss.
Im Folgenden ein Beispiel aus dem Leben:
Ich hatte mal wieder ein Online-Schnäppchen entdeckt. Vielleicht war es auch gar kein wirkliches Schnäppchen und ich war nur zu bequem, mich per pedes auf die Suche nach dem gewünschten Artikel zu machen, aber das tut ja nichts zur Sache. Nach geübter Navigation durch Produktkatalog und AGBs betrachtete ich meinen Warenkorb, befand dessen Inhalt nach nochmaligem Abwägen diverser Fürs und Widers für kaufenswert und klickte daraufhin den nebenstehenden Button "Registrieren und Einkaufen". Gesagt, geklickt, getan.
Während des Registriervorgangs gab ich dann routiniert alle notwendigen persönlichen Daten an, wie man das eben so macht. Name, Anschrift, Zahlungsart, zackzackzack. Bei der Auswahl "Lieferadresse wie Rechnungsadresse?" klickte ich zunächst auf "Ja" und widmete mich danach dem freien Feld mit der Überschrift "Bemerkungen".
Die Begleitumstände:
Aus einer lustigen Laune heraus habe ich mich vor einiger Zeit als Kunde der DHL-Packstation angemeldet. Das kostet nichts extra, und man bekommt neben einer persönlichen Packstation-Adresse mit noch persönlicherer Post-Nummer und dazugehöriger saupersönlicher Post-PIN auch noch eine hübsch-goldene Packstation-Kundenkarte, die in der Brieftasche ganz schmuck aussieht. Das Packstation-Ding hat aber den eigentlichen Vorteil, dass Sendungen an mich, die mit der Packstation-Adresse beschriftet sind, vom Kollegen Zustellpaul gar nicht erst zu mir nach Hause geliefert werden müssen, wo sie im Falle meiner Abwesenheit ja teilweise seltsamste Niederlegungsvarianten erfahren (Nachbar, Späti, Postfiliale, Fußmatte). Mit der Packstation-Anschrift adressierte Päckchen landen im gelb-roten DHL-Container in der Nähe, ich erhalte zeitgleich sowohl SMS- als auch Mail-Benachrichtigung und hol mir den Kram dann ab, wenn ich es für richtig halte. Feine Sache, das. Und funktioniert sogar nahezu reibungslos.
Die allgemeine Situation:
Aus vielleicht nachvollziehbaren Gründen mag ich die Packstation-Variante ganz gern und versuche daher bei der Planung von Online-Einkäufen vorab herauszubekommen, welches Logistikunternehmen der jeweilige Händler standardmäßig bemüht. Im günstigen Fall ist dies die DHL, dann gebe ich als Lieferanschrift die Packstation-Adresse an, und die Sache läuft.
Leider aber geben nicht alle Händler diese Information preis.
Die spezielle Situation:
Der im vorliegenden Fall besuchte Onlineshop hielt in seinen AGBs lediglich die Information bereit, per Deutscher Post oder DPD zu versenden. Das war leider nicht sehr eindeutig.
Ich tippte während des Registrier-/Einkaufsvorgangs daher in das Bemerkungsfeld:
"Sollten Sie per DHL versenden, so verwenden Sie bitte folgende Lieferanschrift:
Olle Meia
Postnummer: 81726354
Packstation 189
10961 Berlin,in allen anderen Fällen die oben genannte Adresse. Vielen Dank."
Als schlichte Information gedacht, kam dies beim dortigen Bearbeiter aus irgendeinem Grund als Frage an. Der originale Wortlaut der ersten Händler-Mail nach Abschluss meiner Bestellung:
"Wir wollen mit der Deutschen Post versenden.
Welche Lieferadresse sollen wir wählen?"
Mehr nicht. Keine Anrede, kein Gruß, einfach nur dieser holprige Text.
Soso, Ihr wollt also. Immerhin.
Ich musste reagieren, also antwortete ich:
"Sehr geehrte Damen und Herren,
für den Fall, dass Sie nicht nur mit der Deutschen Post versenden wollen, sondern dies auch tatsächlich tun, bitte ich Sie um Verwendung der Lieferanschrift
Olle Meia
Postnummer: 81726354
Packstation 189
10961 Berlin.Genau dies hatte ich Ihnen übrigens bereits während des Bestellvorgangs unter Zuhilfenahme der Bemerkungszeile mitgeteilt.
Mit freundlichen Grüßen
Meia"
Kurze Zeit später erhielt ich dies (wieder Originaltext):
"Hallo,
in der Bemerkungszeile stand DHL geschrieben!!!Olaf R. -Kundenbetreuung-"
Drei Ausrufezeichen. Ganz schön vorwitzig, Freund Olaf. Und vor allem ziemlich doof.
Was war zu tun? Klar, eine weitere Mail schrie förmlich danach, geschrieben zu werden.
"Sehr geehrter Herr R. bzw. auch Hallo,
offenbar fälschlicherweise hatte ich vorausgesetzt, dass ein Versandunternehmen wie Ihres mit den relevanten Fachtermini vertraut ist. Ich Narr! Hier eine kostenlose Info meinerseits:
Wenn Sie eine Frachtsendung bei der Deutschen Post aufgeben, dann wird diese von der DHL ausgeliefert. Klingt vielleicht komisch, ist aber so.Mit diesem neu erworbenen Wissen wird es Ihnen nun sicherlich leicht fallen, hinsichtlich der Lieferanschrift die richtige Wahl zu treffen. Ich jedenfalls beibe gespannt.
Mit irgendwie immer noch freundlichen Grüßen
Olle M. -Kundenbetreuerbetreung-"
Ich hatte insgeheim damit gerechnet, noch einen weiteren Zweizeiler vom Olaf zu bekommen, in dem er vorsichtshalber nochmal nachfragt, was genau ich mit "Fachtermini" meine oder ob sich Meia mit "y" oder "i" schreibt.
Stattdessen erhielt ich plötzlich die Bestätigungsmail meiner Bestellung. Diese war vermutlich automatisch generiert worden, denn sie hielt sich tatsächlich an eine Art Form, die ich von einem geschäftlichen Schreiben erwarte. Und ich traute meinen Augen kaum: als Lieferanschrift war meine Packstation-Adresse eingefügt worden. "Geht doch!", dachte ich.
Ging nicht, wie sich einige Tage später herausstellte. Die Sendung landete schließlich bei einem meiner Nachbarn, da sie mit meiner Hausanschrift versehen war.
Manchmal muss man fragen. Manchmal muss man denken. Manchmal muss man aber einfach auch akzeptieren können, dass einige Menschen trotz allem dumm bleiben.
Die Kreuzworthexe
7:30 Uhr. Ich wollte nur noch schnell Zigaretten kaufen.
Die Frau betrat nur 5 Sekunden vor mir den Zeitungskiosk. 5 Sekunden, die ich kurz zuvor beim Ausschlürfen des Kaffeebechers leichtfertig vertrödelt hatte. Nun stand sie dort vorn am Verkaufstresen und sah schon von hinten betrachtet recht unaufgeräumt aus.
Eine nähere Betrachtung ihrer Erscheinung bestätigte diesen ersten Eindruck mehr und mehr, und für eine solche Betrachtung hatte ich nun ein bisschen Zeit, da sie sich mindestens eineinhalb Minuten lang nervös im Laden umschaute. Ich schätzte sie auf Anfang fünfzig. Ihr graublondes, entweder oberfettiges oder aber frischgewaschengewachstgegeltes Haar fiel spaghettiesk über ihre daunenbejackten Schultern, und ihr irrer, stechender Blick bahnte sich seinen Weg durch die Panzerglasbrillengläser. Ihre Augäpfel schienen zu pochen.
Ich befand mich in der komfortablen Position des Beobachters im Hintergrund, der Zeitungsmann jedoch tat mir auf der Stelle leid, als er von ihr angekeift wurde.
"Eene BZ!"
Kein "Guten Morgen", kein "Bitteschön", nur dieser eine Befehl, vorgetragen im feinsten Jargon.
"Leider keine BZ mehr da", flüsterte er beinahe, der nette, nun eingeschüchterte Kioskmann, der die Holde nicht zu kennen schien.
"WAAAAAAAAT???", polterte das Hexenwesen durch den Laden, "Dit kann do wohl ne wahr sei-en!"
Ihr ohnehin schon seltsam anmutendes Antlitz verformte sich zu einer Fratze des Grauens, und der Zeitungsmann stotterte bemüht freundlich, dass er gegen 9 Uhr eine weitere Lieferung erwarte.
"Na, dit reicht mir do nich, ick brauch die ja ooch nur wejen dit Kreuzworträtsel!"
Sie wirkte plötzlich noch nervöser, tippelte mit den Füßen vor und zurück und ich bin mir sicher, dass ihr Schweißperlen auf der Stirn standen.
"Hamse irjendne andre ßeitung mitm Kreuzworträtsel drinne?"
"Ähm, ich schau... ..."
"Mann, irjendeene, is mir ejal, verdammt, ick BRAUCH meen Kreuzworträtsel morjens! Kacke!"
Mit den letzten beiden Silben bückte sie sich herunter zum Aufsteller mit diversen anderen Tageszeitungen und begann, wie vom Teufel besessen darin herumzukramen. Diverse Werbeprospekte fielen dabei zu Boden, sie ächzte und keuchte wie eine Gehetzte, hektisch auf der Suche nach einer erlösenden Seite mit Karos in irgendeiner der Zeitungen. Währenddessen blätterte der Zeitungsmann in einer anderen Tageszeitung herum. Dies zwar auch hektisch, aber er wirkte dabei noch menschlich. Ich nutzte den Moment, um im Seitenblick das Zeitschriftenregal zu beäugen. Ich war so weit, hätte ich hier ein Rätselheft gefunden, wäre ich draufgesprungen, damit zur Kasse gehechtet, hätte meine Zigaretten bestellt, beides bezahlt und dem Heft eine Seite herausgerissen, um sie der Hexe vor die Fettstirn zu klatschen. Ja, ich war inzwischen ein wenig aufgebracht.
Zu diesem Szenario kam es schließlich nicht. Exakt nämlich, als dieser Gedanke zu Ende gedacht war, schlug der Zeitungsmann die Kreuzworträtselseite der von ihm durchwühlten Gazette auf.
"Hier, bitteschön!", sprach er spürbar erleichtert. Er hatte wahrscheinlich einen Amoklauf verhindert.
Madame Medusa blickte für einen Sekundenbruchteil auf, stapelte daraufhin alle vorher dem Aufsteller entrissenen Zeitungen wild aufeinander, schmiss die Werbebroschüren obendrauf und erhob sich. Und in diesem Moment vollzog sie eine seltsame Wandlung: ihre Körperspannung ließ nach und ich meinte, ein Lächeln in ihrem Gesicht entdeckt zu haben.
Sie bezahlte mit den Worten: "Wissense, juta Mann, wenn ick morjens meen Kreuzworträtsel nich hab', da wer' ick wirklee krank von."
Das glaubte ich ihr und fragte mich still, wie oft in den letzten Wochen sie wohl morgens schon kein Kreuzworträtsel bekommen hatte.
Der frühe Vogel lässt sich auch nicht alles gefallen
Heute Morgen wurde ich Zeuge eines für einen Großstädter nicht unbedingt alltäglichen Schauspiels.
Ich lief auf dem Weg zum Büro am Spreeufer entlang und erblickte im Laub zunächst eine Gruppe Krähen, die schon auf den ersten Blick einen recht aufgeregten Eindruck machte. Ich kam näher und entdeckte in ihrer Mitte einen Falken, der soeben eine Taube verspeiste. Abwechselnd sah er seine Beute und die lauernden Krähen an, 6 an der Zahl, und noch bevor ich die Gelegenheit hatte, überhaupt auf den Gedanken zu kommen, die Szenerie fotografisch festzuhalten, hatte er mich bemerkt. Mit einer blitzschnellen Bewegung rammte er seine Krallen fest in den Taubenkadaver und hob mit ihm in Richtung des Wassers ab.
Dies hielt ich noch für eine nachvollziehbare Aktion, nicht jedoch das, was die Krähen taten: sie flogen sofort ebenfalls los, verfolgten den Falken und attackierten ihn im Flug.
Gemeinsam landeten alle etwa 20 Meter entfernt, in meiner Wegrichtung, und kaum waren sie am Boden, ließen die Krähen wieder vom Falken ab. Erneut hatten sie sich um ihn herum positioniert und beobachteten ihn nervös, doch verhältnismäßig friedvoll beim Fressen.
Ich war inzwischen langsamer geworden und hatte die Vorbereitungen getroffen, ein Foto zu machen. Gerade, als ich glaubte, nah genug dran zu sein, nahm der Falke wieder Notiz von mir, krallte sich die Taubenleiche und erhob sich mit ihr abermals in die Luft. So weit, so absehbar.
Ich erwartete nun, dass ihm die Krähen ein weiteres Mal folgten. Ich war zwar immer noch überrascht darüber, dass sie sich dem Falken im Luftkampf offenbar überlegen fühlten, fand das geradezu absurd, nahm es nun aber als gegeben hin. Und so ähnlich geschah es auch: die Krähen flogen ihm hinterher, holten ihn kurz darauf ein und bearbeiteten ihn im Fliegen mit Krallen und Schnäbeln. Jedenfalls 5 der 6 Krähen.
Jene 6. flog genau auf mich zu. Griff mich an. Schreiend. Wollte mich Störenfried verjagen.
Ich bekam das recht spät mit, weil ich ja in Richtung der anderen Vögel geschaut hatte. Der angreifende Kollege war noch etwa einen Meter von meinem Gesicht entfernt, als ich ihn bemerkte und mir der Gefahr bewusst wurde, in der ich angesichts dieses wütenden, aus der Nähe betrachtet doch sehr stattlich erscheinenden Kawenzmannes schwebte.
Mir blieb nicht viel übrig, als mich zu ducken. Die Krähe flog über mich hinweg, drehte um, kam zurück und startete einen neuerlichen Vorstoß. Im Hocken ergriff ich einen herumliegenden Ast, erhob mich und wedelte mit ihm in der Luft herum. Ich glaube, ich schrie auch leicht hysterisch, in der Hoffnung, dem Federvieh damit Einhalt gebieten zu können.
Für einen Menschen sah das sicherlich eher amüsant aus, auf die Rabenbestie schien es aber Eindruck zu machen. Und so drehte er ab und bewegte sich in Richtung seiner Kumpels, die ihrerseits bereits wieder um den Falken herum saßen, etwa an der Stelle, wo ich sie 3 Minuten zuvor das erste Mal erblickt hatte.
Im Flug drehte Nummer 6 noch einmal den Kopf in meine Richtung und schrie irgendetwas. Ich ahnte, was in etwa er damit sagen wollte, warf meinen Stock weg und rief ihm hinterher: "Jaja, ist ja gut! Ich gehe dann einfach mal. Guck!"
Von diesem Erlebnis, besonders aber vom Wagemut des Vogels beeindruckt startete ich meinen Arbeitstag.
Und wo ich gerade beim Wagemut bin: folgendes Filmchen zeigt ein sehr tapferes, außergroßstädtisches Kerlchen, an dem ich mich nicht sattsehen kann: Kleinman, den Honigdachs.
Wer den nicht sofort in sein Herz schließt, den soll die Krähe beim Scheißen treffen. Oder so.
Nikolaus
Der Nikolaus, der Nikolaus,
der war heut Nacht bei mir zu Haus.
Und ich war nicht zugegen.
Beziehungsweise schlief ich fein,
da muss angekommen sein-
im nieselnassen Regen.
Die Schuhe hatt' ich nicht geputzt,
und doch hat er die Chance genutzt,
mir etwas reinzulegen.
Weil ich ein feiner Kerl bin zwar,
jedoch nicht immer artig war,
macht mich das fast verlegen.
Da war Herr Niklaus wohl verwirrt
und hat sich in der Tür geirrt;
zu alt wohl schon sein Bregen.
So sieht sein Streifzug nicht sehr fair aus,
ein braver Nachbar ging wohl leer aus.
Von mir aus. Meinetwegen!


